19.06.05 Tipps gegen die kreative Blockade
Schon mal einen dieser Tage erlebt, an denen du nur auf den Monitor starrst und sich die Gehirnwindungen im Leerlauf drehen? Es will sich einfach keine Idee einstellen oder man ist zu fixiert auf eine Vorstellung, von der man sich nicht lösen kann? Nein? Ich auch nicht.
Deshalb hier eine kleine Liste, was man machen kann, um so eine Blockade abzubauen.
- Ruhe bewahren...
- Gibt es genügend Info über das Projekt, den Kunden? Je mehr Info umso besser! Die Info macht schon mal die Hälfte bei der Ideenfindung aus
- Laß die Maus mal liegen und greif zum Papier
- Versuche das Gegenteil der ersten Visualisierungsidee die dir einfällt, bzw nehme niemals die erste Idee - sie ist höchstwahrscheinlich nicht stark genug
- Anregungen für die Farbgebung: Manchmal probiere ich Zufallsfarbgebung in Freehand aus, oder ein paar wüste Effekte in Photoshop, um auf neue ungewöhnliche Zusammenstellungen zu kommen. Anschließend stelle ich mir daraus eine Farbfamilie zusammen.
- Sich öfter vorzustellen wie man als Kunde reagieren würde, welche Erwartungen man an den Verkäufer hat, und wie sich das auf das Projekt übertragen ließe etc hilft immer. Besonders hilfreich ist es, sich dabei eine reale Person vorzustellen - die Urgroßtante z.B - nicht nur eine fiktive Person.
- Google Bildersuche verwenden - es ist immer überraschend, welche Bilder zu welchen Suchbegriffen erscheinen!
- Typo und Fotos: Ok, da hilft am besten, die Kataloge durchzublättern. Auf lange Sicht sollte man sich ein Archiv anlegen mit interessanten Fotos, Typo, Anzeigen, Kampagnen etc
- Recycling: Alle Entwürfe gut aufbewahren, von alten Sachen werde ich immer wieder neu inspiriert. (vermutlich, weil man sie komplett umbauen müßte...)
- Tipp zum Schreiben: Bräuchte ich selbst!
Klassische Ideenfindungsmethoden (sind natürlich nicht alle...)
- Suche irgendein Thema per Zufall aus (Lexikon?) und versuche Analogien zu finden
- Für Arbeiten im Team: Die 635-Methode für schnelle Ergebnisse: 6 Teilnehmer entwickeln jeweils 3 Ideen innerhalb von 5 Minuten. Typisch: mal zeichnet ein Prof. Bernd Rohrbach verantwortlich für die Methode, mal will sie ein Osborn entwickelt haben...
- Brainstorming und Mind-Mapping (grob gesagt: Brainstorming mit visualisierten Zusammenhängen...) glaubt man ja zu kennen. aber wer kennt schon genau die Regeln?
- Eine art "flow of consciousness" lässt sich auch kreativ einsetzen - einfach schnell alles mögliche aufschreiben, was in den Sinn kommt, ohne nachzudenken. die Auswertung später machen...
- Assoziativ Adjektive aufschreiben, oder Assoziationsketten bilden. Diese dann neu ordnen, bewerten und aussortieren und dann Sachen/Themen/Ideen/Personen finden, auf die die Adjektive ebenfalls zutreffen. Besonders gut, um sich vom eigentlichen Thema mal zu lösen und eine Metapher zu finden. Der große Vorteil: Man verliert nie den inhaltlichen Schwerpunkt.
Oder befasse Dich mit etwas unwichtigem, mache einen gedanklichen Kurzurlaub! Die Lösungen für dein Problem wirken weiter, unbewußt unter der Oberfläche und treten erst zu einem völlig unerwarteten Moment zu Tage. Meistens wenn du schon aufgehört hast Dich aktiv damit zu beschäftigen.
Lenke dich ab, die besten Ideen kommen erst ab einer nötigen Distanz! Geh spazieren, joggen, paragliden, aufs Klo - egal was - es gibt tatsächlich eine Welt da draußen, die inspirierender ist (ja, sogar das Klo...). Und wenn du so im Stress bist, dass du nicht mehr weisst was zuerst zu machen ist: Leg dich hin, wenn du aufwachst weisst du es sicher ganz genau!
Inspirationen, die (bei mir) nicht so gut funktionieren:
Sich Anregungen holen im Web (ich kann mich oft nicht mehr lösen von gut navigierbaren Seiten und deren Visualisierungen. Ich bin dann häufig zu sehr fixiert), sich einer Sinnkrise hingeben *gg* oder alles in der letzten Nacht machen und die Kraft der Verzweiflung als Inspiration nutzen...
von andreas am 19.06.05 20:12
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