Unter 3D-Animateuren und Kurzfilmregisseuren, sowie auf entsprechenden Festivals feiern düstere zynische Filme bekanntlich ein Dauerhoch. "Fallen Art" knüpft schon im Titel nahtlos an diese Tradition an und ich verstehe nicht warum man so kranke Stories auch noch massenweise mit Preisen überhäufen muss.
Für alle die den Film nicht in voller Länge gesehen haben (gibt nur den Trailer als Download) eine kurze Zusammenfassung:
Soldaten werden von einem Turm gestossen. Unten aufgeschlagen werden die Toten fotografiert und die Fotos zu einem Stop-n-Go-Film zusammengeschnitten, so dass die Toten über die Leinwand tanzen - und der "Regisseur" (im oder vom Film?) lebt auf und tanzt begeistert mit. Am Ende dieses Films im Film sackt er zusammen und wird wieder melancholisch. Zeit für den nächsten Kandidaten...
Die ganze Story kommt natürlich unpolitisch und geschichtslos daher, ohne Anspielungen. Es ist einfach nur als Witz inszeniert. Der Titel "Fallen Art" kann auch suggerieren: Zu Töten ist Kunst - haha wie lustig und wie toll.
Obwohl reine Provokation als Kunstform schon lange zur Vergangenheit zählt (wir sind schon jenseits der 70er) erhält der Film auf der Ars Electronica (1.- 6.9) die nächste Auszeichnung. Keine Frage, der Film ist gut gemacht, gut geschnitten und inszeniert... aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Machart weit überbewertet wird im Vergleich zur Aussage. (hm, welche ist...?)
Ok, das stimmt so nicht ganz - es gibt genug Filme ohne Aussage, einfach Unterhaltung pur, die Preise verdient verdienen. Wenn das Werk allerdings eine völlig abartige Interpretation nahelegt und nur noch zynisch ist (Sterben/Fallen = Kunst/Art) sollten sich Jurymitglieder doch mal überlegen was ausser seiner Machart einen Beitrag ausgezeichnet werden lässt.
von andreas am 16.08.05 15:24
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