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Kuckuckskinder: Zahlväter rüsten zum Wattestäbchen-Krieg
Das geplante Verbot von heimlichen Vaterschaftstests ist, so seltsam das in einem grenzwertigen Fall wie diesem klingen mag, ein weiteres Beispiel für deutsche Überregulierung, kein einziger deutscher Vater der wirklich Zweifel hat wird sich durch dieses Verbot von einem heimlichen Vaterschaftstest abbringen lassen. In einem vereinten Markt, der gerade momentan für Dienstleistungen gelockert werden soll, ist es kein wirkliches Problem meine 2 Teströhrchen nach Österreich oder England zu schicken.
Was passiert aber, wenn ein Vater auf diese Art erfahren hat das er für ein "Kuckuckskind" bezahlt ? Er wird den Test leugnen und versuchen mit Hilfe von "begründeten Zweifeln" einen offiziellen Vaterschaftstest zu erklagen. Selbstverständlich wird er aber nicht vor dem Amtsgericht aufgeben, jeder kann die emotionale und finanzielle Lage nachvollziehen, er wäre geradezu dumm nicht durch alle Instanzen zu gehen und das wird er tun.
Als Folge dieses Gesetzes gibt es also eine Zunahme illegaler Tests und eine ungeheure Prozessflut die dem Kindeswohl wahrscheinlich noch mehr schadet. Ein Vater der sich auch noch juristisch auseinandersetzen muss, wird nicht mehr Liebe für das Kind entwickeln.
Eine Prozeßflut, zerrüttete Familien und illegale Tests, dieser pragmatische Vorschlag wird ihnen präsentiert von der deutschen Politik. Vorreiter im Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen durch neue Technologien: "mach mal ein Gesetz", da werden einem Ämter die sich mit sich selbst beschäftigen geradezu sympathisch.
Die bisherige Reaktion in der Umfrage von Spiegel Online deutet zumindest an, dass die allgemeine Tendenz recht eindeutig sein dürfte: Für das Testverbot 400 Stimmen, Gegen das Testverbot 12.000 Stimmen.