
Grippeviren: US-Behörde bereitet sich auf globale Seuche vor - SPIEGEL ONLINE
Die Furcht vor einem neuen Grippevirus, das von Asien aus eine weltweite Seuche auslösen könnte, geht auch in Washington um. Die oberste Gesundheitsbehörde der US-Regierung hat jetzt einen Notfallplan aufgestellt, der von bis zu 207.000 Toten allein in den USA ausgeht. Auch in Deutschland wird ein "Pandemieplan" geprüft.
REUTERS
Notschlachtung von Hühnern in Thailand: Die Angst vor der Pandemie geht um
Der Notfallplan des US-Department of Health and Human Services soll am heutigen Donnerstag offiziell vorgestellt werden, wie die Nachrichtenagentur AP meldet. Die Experten der Behörde gehen demnach im schlimmsten Fall davon aus, dass eine Grippe-Pandemie bis zu 207.000 Tote allein in den USA fordern könnte. Millionen von Infizierten würden in einem solchen Fall Kliniken und Arztpraxen überlasten. Der Zusammenbruch des öffentlichen Nahverkehrs könnte dem Land schweren wirtschaftlichen Schaden zufügen, heiße es in dem Papier. Die Entwicklung eines Impfstoffs würde nach derzeitigem Stand Monate dauern.Vergangene Woche hatten chinesische Wissenschaftler mit der Ankündigung für Schlagzeilen gesorgt, sie hätten bei Schweinen einen tödlichen Stamm des Vogelgrippe-Erregers H5N1 gefunden. In Schweinen, deren Immunsystem dem des Menschen ähnelt, könnte sich H5N1 leicht mit einem menschlichen Grippeerreger vermischen. Das mögliche Ergebnis wäre ein Supervirus, das - anders als die Vogelgrippe - von Mensch zu Mensch übertragbar wäre und eine weltweite Seuche mit Millionen Toten auslösen könnte.
Langer Weg zum Impfstoff
Die chinesische Regierung hat die Nachricht aus dem Labor in der nordostchinesischen Stadt Harbin zwar dementiert. Doch Experten der Weltgesundheitsorganisation und anderer Einrichtungen halten es nur für eine Frage der Zeit, wann die nächste Grippewelle um den Globus zieht. Im vergangenen Jahrhundert gab es drei solcher Pandemien. Die schwerste, die so genannte Spanische Grippe, kostete 1918 rund 20 Millionen Menschen das Leben.
Experten haben es lange befürchtet: In China wurde nach Angaben eines Labors das tödliche Geflügelgrippe-Virus erstmals in Schweinen gefunden. In ihnen könnte sich der Erreger mit menschlichen Grippeviren zu einem Supervirus vermischen und eine weltweite Katastrophe auslösen.
Spiegel Online
Das Infolog wird aufgrund der aktuellen Entwicklung ab sofort wieder täglcih upgedatet.
Wegen des Vogelgrippe-Ausbruchs auf der Hühnerfarm in Thailand rund 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bangkok wurden etwa 8.000 Hühner notgeschlachtet. Die Behörden wollten damit eine Ausbreitung der Viren verhindern.
Die Vogelgrippe breitet sich in Thailand weiter aus. Ein für Menschen gefährlicher Erreger wurde dort nun auch in Enten entdeckt. Er trete inzwischen in 7 der 76 Provinzen des Landes auf, teilte das Agrarministerium mit. Auch in China und Vietnam war die Vogelgrippe in den vergangenen Wochen erneut ausgebrochen. Es gibt diesmal bislang noch keine Berichte über erkrankte Menschen.
Aus Angst vor Ausbreitung der Vogelgrippe hat China 22 000 Hühner und andere Vögel getötet. 120 000 seien geimpft worden, sagte ein Behördensprecher in Chaohu.
Es handle sich bei den getöteten Vögeln vor allem um Hühner im Umkreis von drei Kilometern von der Farm, auf der das gefährliche Virus vor wenigen Tagen nachgewiesen worden war. Unterdessen mehren sich die Hinweise, dass Zugvögel die Viren verbreitet haben.
Eine grosse genetische Studie kommt zu dem Schluss, dass der auch für Menschen gefährliche Virustyp H5N1 wahrscheinlich von Hausenten stammt, die in Südchina gehalten werden. Zugvögel könnten das Virus in den vergangenen Jahren in mehrere Regionen Südostasiens eingeschleppt haben, schreiben die Forscher von der Universität Hongkong im Fachjournal "Nature".
6.7.04
China hat einen erneuten Ausbruch der Vogelgrippe, 4 Monate nachdem die Epidemie von offiziellen Stellen als beendet bezeichnet wurde bestätigt.
Auf einer Farm in der Provinz Anhui wurden tote infizierte Hühner gefunden das Gebiet wurde daraufhin weiträumig abgesperrt.
29.6.
In Vietnam sind bei einem neuerlichen Ausbruch von Vogelgrippe mindestens 3000 Hühner an der Tierseuche verendet. 2000 weitere seien in der betroffenen Provinz Bac Lieu im Süden des Landes getötet worden, teilten die Veterinärbehörden am Mittwoch mit. Unklar war den Angaben zufolge zunächst, ob es sich bei dem Erreger um den gefährlichen Typ H5N1 handelt, durch den im Frühjahr in Vietnam und Thailand mindestens 24 Menschen ums Leben kamen. Entsprechende Testergebnisse würden in den nächsten Tagen erwartet.
Basler Zeitung

